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Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf eine ganze Reihe häufig gestellter Fragen zu unseren Sendungen, Redaktionen, Moderatoren und dem Wetter.

 

Was ist ARD-aktuell?

ARD-aktuell ist die zentrale Fernseh-Nachrichtenredaktion der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland). Grundlage der Arbeit von ARD-aktuell ist eine Verwaltungsvereinbarung aller neun ARD-Anstalten, in der die Organisation der Redaktion und die grundsätzliche Struktur der Sendungen festgelegt sind.

Welche Sendungen produziert ARD-aktuell?

ARD-aktuell produziert rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Nachrichtensendungen für das Erste. Die Redaktion arbeitet für die Tagesschau mit ihren verschiedenen Ausgaben, die Tagesthemen, das Nachtmagazin und bei Bedarf auch für aktuelle Sondersendungen. Außerdem ist sie für die Nachrichten auf dem ARD-Informationskanal Tagesschau24 zuständig. Immer im Dezember präsentiert die Redaktion – in Zusammenarbeit mit den einzelnen Sendern der ARD – den Jahresrückblick.

Woher kommen die Sendungen von ARD-aktuell?

Alle Sendungen von ARD-aktuell kommen aus Hamburg, genauer: aus den Fernsehstudios des NDR in Hamburg-Lokstedt. ARD-aktuell ist zwar eine ARD-Gemeinschaftseinrichtung, organisatorisch ist die Redaktion aber dem Norddeutschen Rundfunk zugeordnet. Er stellt auch die Räumlichkeiten, die Fernsehtechnik, die Grafik und andere Abteilungen wie z.B. das Zeitungsarchiv.

Wieviele Menschen arbeiten für ARD-aktuell?

Bei ARD-aktuell und Tagesschau.de arbeiten ca. 150 Redakteurinnen und Redakteure. Hinzu kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Technik und der Produktion, im Sekretariat und in der Verwaltung – insgesamt sind es allein in der Hamburger Zentrale etwa 330 Menschen. Weitere Kollegen arbeiten in den Korrespondentenbüros im In- und Ausland.

Gibt es eine Definition, wie eine ARD-aktuell-Sendung sein muss?

Die Aufgabe von ARD-aktuell-Sendungen: sachlich, knapp und genau über die Ereignisse des Tages zu berichten. Die Sendungen werden für alle Zuschauer gemacht, die sich aktuell informieren wollen.
Das Bemühen um umfassende, neutrale und journalistisch kompetente Information bestimmt nicht nur die Auswahl der Themen, es gilt in gleicher Weise auch für die inhaltliche Gestaltung der Meldungen und Filmtexte. Diese sollen aktuell, knapp und präzise sein – aber dabei auch umfassend und unparteiisch.
Die Rundfunkgesetze bzw. -staatsverträge beschreiben diesen Auftrag im allgemeinen so: „Die Nachrichtengebung muss allgemein, unabhängig und objektiv sein. Kommentare sind deutlich von Nachrichten zu trennen und unter Nennung des Verfassers oder der Verfasserin als solche zu kennzeichnen.“
Bis auf den Kommentar in den Tagesthemen beschränken sich die ARD-aktuell-Sendungen auf die Vermittlung von Fakten. Es ist dann Sache des Zuschauers, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Zugleich ist aber klar, dass allein schon in der Auswahl der Themen und der Fakten eine subjektive Gewichtung liegt. Um so wichtiger ist, dass die ausgewählten Sachverhalte möglichst vollständig und neutral dargestellt werden. Andernfalls wären das große Vertrauen und die Glaubwürdigkeit, die ARD-aktuell beim Zuschauer genießt, bald verspielt. Persönliche Meinungen des zuständigen Redakteurs haben in einer Meldung nichts zu suchen.

Wie aktuell sind die Sendungen?

Aktuelle Änderungen sind jederzeit möglich, denn alle Sendungen von ARD-aktuell werden live ausgestrahlt, einen Redaktionsschluss gibt es nicht. Häufig wird das Programm der bereits laufenden Sendung noch durch aktuell hereinkommende Meldungen ergänzt. Erst wenn der Wetterbericht läuft, kann sich das Team langsam entspannen.
Manchmal wird es aber auch danach noch einmal aufregend – wie bei der Freilassung des entführten Jan Philipp Reemtsma. Die Nachricht von seiner Entführung war schon bald nach der Tat durchgesickert, die Medien verzichteten jedoch auf ihre Verbreitung, um das Leben des Opfers nicht zu gefährden. Für den Fall seiner Freilassung war bei ARD-aktuell aber ein Bericht über den Stand der Ermittlungen und ein filmisches Porträt Reemtsmas vorbereitet worden. Als sich die Gerüchte um seine Freilassung verdichteten, wurden diese Beiträge für die Sendung bereitgelegt, und einer der Reporter, die den Fall wochenlang beobachtet hatten, kam ins Studio. Die Polizei wollte die Freilassung allerdings nicht bestätigen. Erst weit nach Mitternacht kam die offizielle Nachricht – während im Nachtmagazin schon der Wetterbericht lief. Ein Aufnahmeleiter rannte ins Studio und überbrachte der Moderatorin die Nachricht, als sie sich gerade vom Zuschauer verabschieden wollte. Sie verlas daraufhin die Meldung, kündigte den Beitrag über die Entführung an und führte anschließend ein Live-Gespräch mit dem Reporter im Studio über die bis dahin bekannten Einzelheiten der Freilassung. Das Nachtmagazin war damit die erste Sendung, die über den Fall berichten konnte.

Wie werden die Nachrichten für eine Sendung ausgewählt?

Aus der Fülle der täglichen Meldungen die wichtigsten Nachrichten auszuwählen, ist eine der zentralen Aufgaben der Redaktion. Die begrenzte Sendezeit zwingt zur Beschränkung.
Die Kriterien der Nachrichtenauswahl lassen sich mit den Begriffen Relevanz, Neuigkeitswert und vermutliches Zuschauerinteresse umschreiben. Feste Regeln, die sich griffig formulieren ließen, kann es dabei natürlich nicht geben. Ausbildung, Sachkenntnis und ein breites Hintergrundwissen helfen den Redakteurinnen und Redakteuren aber bei Auswahl und Gewichtung der Themen. In oft jahrzehntelanger Erfahrung haben sie so ein sicheres Gespür für den „Nachrichtenwert“ einer Meldung entwickelt.
Zudem ist die Redaktion so organisiert, dass die Nachrichtenauswahl nicht in den Händen eines einzelnen Redakteurs liegt, sondern in Konferenzrunden besprochen und oft auch kontrovers diskutiert wird. Auf diese Weise wird ein Konsens erzielt, auch wenn im Zweifel die Chefredaktion das letzte Wort hat.

Wie wird die Reihenfolge der Meldungen festgelegt?

Welchen Platz eine Meldung in der Sendung hat, ob sie am Anfang steht oder am Schluss, richtet sich nach der Wichtigkeit des Themas. Die Relevanz einer Nachricht bestimmt Platz und Länge des Beitrags.
Aufmacher ist die Top-Nachricht des Tages. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Meldung aus dem Inland oder dem Ausland kommt. Aus der Entscheidung über den Aufmacher ergibt sich dann häufig auch die Reihenfolge der übrigen Themen. So wird zum Beispiel etwa ein Block mit aufeinander folgenden Wortmeldungen, Reporterberichten und „NiFs“ („Nachricht im Film“) aus dem Inland gebildet und ein weiterer mit Auslandsnachrichten. Auch die Wirtschaftsthemen und die Sportmeldungen werden jeweils gebündelt. Auf diese Weise ergibt sich eine erkennbare Dramaturgie der Sendung.
Politische Nachrichten aus dem In- und Ausland beanspruchen den größten Teil der Zeit, gefolgt von Wirtschaftsmeldungen, die in den letzten Jahren in der Berichterstattung von ARD-aktuell an Gewicht gewonnen haben. Weitere Themengebiete sind Wissenschaft, Medizin, Technik, Soziales, Kultur und Zeitgeschichte. Bei den Tagesschau-Ausgaben am Nachmittag ist zudem oft auch Platz für eine bunte Schlussgeschichte.

Was ist die Tagesschau?

Die Tagesschau ist die älteste und meistgesehene Nachrichtensendung des deutschsprachigen Fernsehens. Premiere war Weihnachten 1952, gesendet wurde dreimal pro Woche. Seit dem 1. Oktober 1956 ist sie von montags bis samstags im Programm, am 3. September 1961 kam die Sonntagsausgabe hinzu. Die Tagesschau ist täglich an sieben Tagen in der Woche um 20 Uhr zu sehen – bis Ende Dezember 2018 insgesamt schon fast 23.000 Mal.
Ihren Namen verdankt die Tagesschau der Verwandtschaft mit der Kino-Wochenschau. Bis März 1955 verwendete man zusammengeschnittenes Filmmaterial der Neuen Deutschen Wochenschau. Die Berichte wurden in einem Keller unter der Wochenschau-Redaktion zusammengeschnitten und dann – so will es die Legende wissen – mit dem Fahrrad zum Sender transportiert. Die Fernsehnachrichten waren der Kino-Wochenschau zum Verwechseln ähnlich, beide Programme bestanden ausschließlich aus Filmberichten. Viel „Buntes“ war zu sehen, Politik spielte nur am Rande eine Rolle. Am 2. März 1959 erschien zum ersten Mal der Tagesschau-Sprecher auf dem Bildschirm, der die Nachrichten verliest und zum Markenzeichen der Tagesschau geworden ist.
Inhaltlich ging die Tagesschau-Redaktion bald eigene Wege. Gestartet wurde sie als Projekt des NWDR, des Nordwestdeutschen Rundfunks, aus dem später der WDR und der NDR hervorgingen. Doch schon im November 1954 stießen die übrigen ARD-Sender hinzu und beteiligen sich seither mit Berichten aus ihrem Sendegebiet an den Ausgaben der Tagesschau. Die politische Berichterstattung bekam einen immer größeren Stellenwert, der Ruf der Tagesschau als besonders seriöse Nachrichtensendung wurde begründet. Seit März 1960 endet jede Hauptausgabe der Tagesschau mit der Wetterkarte, die vom Hessischen Rundfunk in Frankfurt produziert wird.
In den Anfangsjahren beschränkte sich das Informationsangebot in der ARD noch auf eine Tagesschau-Ausgabe am Tag. In den sechziger Jahren kamen Vormittags- und Spät- bzw. Nachtsendungen hinzu: 1985 waren es schon sechs bis sieben Ausgaben täglich. Seit Einführung des Frühstücksfernsehens im Jahre 1992 sendet die Tagesschau im wöchentlichen Wechsel mit dem ZDF morgens von 05:30 Uhr bis 08:30 Uhr im Halbstundentakt. Sie passt sich damit den besonderen Sehgewohnheiten um diese Uhrzeit an. Die Zuschauer wechseln häufig und bleiben meist nur kurz dabei. So kommen mittlerweile in einer Woche mit ARD-Morgenmagazin etwa 20 Sendungen am Tag zusammen. Auf besondere Ereignisse kann die Redaktion zudem mit aktuellen Sondersendungen reagieren. Sie werden kurzfristig als Tagesschau- oder Tagesthemen-Extra ins ARD-Programm eingeschoben.
Tagesschau-Nachrichten gibt es auch auf dem digitalen Informationskanal der ARD, Tagesschau24. Hier werden die Zuschauer täglich zwischen 9 und 20 Uhr auf dem Laufenden gehalten.
Die wichtigste Sendung des Tages war, ist und bleibt die 20-Uhr-Ausgabe. Sie erreicht im Durchschnitt jeden Tag etwa 9,6 Millionen Zuschauer im Ersten, bei Tagesschau24, in 3Sat, bei Phoenix und in den Dritten Programmen. Das entspricht einem Marktanteil von 34,5 Prozent. Nicht enthalten in der Gesamtzahl sind dagegen Abrufe über Mediatheken und tagesschau.de.

Wie schafft es die Tagesschau, zu fast allen Ereignissen Berichte zu liefern?

Soweit möglich, werden die absehbaren Hauptthemen für die Tagesschau, die Tagesthemen und das Nachtmagazin für eine Woche im Voraus geplant. Jeden Donnerstag werden in Planungskonferenzen die vorhersehbaren Themen der kommenden Woche besprochen. Wichtigste Informationsquelle sind die Vorschläge und Angebote der ARD-Korrespondenten. Aber auch die Terminvorschauen der Nachrichtenagenturen sowie Zeitungen und Zeitschriften liefern Anregungen. In diesen Konferenzen wird vorläufig entschieden, welche Themen in den Sendungen behandelt werden sollen. Hieraus entsteht ein erstes vorläufiges Programm, das aber durch aktuelle Ereignisse jederzeit umgeworfen werden kann.
Denn es gilt der alte journalistische Grundsatz: „Aktualität schlägt Planung“. Für eine Nachrichtensendung kann es keine unumstößlichen Vorbereitungen geben. Wenn die aktuelle Nachrichtenlage es erfordert, müssen lang eingeplante, mit viel Mühe und Engagement erstellte Berichte neuen Themen weichen. Doch das Vorgehen hat sich bewährt. Denn das vorläufige Programm ermöglicht den Reportern, sich auf anstehende Themen einzurichten. Sie haben so einige Tage Zeit, zu recherchieren, Drehgenehmigungen einzuholen und zu drehen. Und wenn einmal doch ein lange vorher bestellter Beitrag weichen muss, so findet sich in den meisten Fällen an einem anderen Tag oder in einer anderen Sendung ein Platz, so dass die Arbeit des Korrespondenten nicht umsonst war. Zuständig für die Absprachen mit den Reportern ist zunächst die Planungsredaktion. Hier arbeiten zwei Redakteure für die Tagesschau und vier für die Tagesthemen. Die Planer legen das Thema fest und vereinbaren bei Beiträgen aus dem Ausland oft auch schon eine Überspielzeit, damit frühzeitig eine Leitung oder Platz auf einem Satellitenkanal bestellt werden kann. Die Vorbereitungen werden in mehreren über den Tag verteilten Konferenzen ständig aktualisiert – und natürlich auch zwischendurch, wenn etwas Wichtiges passiert. Die Planungsredakteure wissen, welches der zahlreichen ARD-Studios für das entsprechende Thema und die Region zuständig ist und versuchen bei aktuellen Entwicklungen, so schnell wie möglich einen ARD-Kollegen zu beauftragen.

Gibt es eine spezielle Tagesschau-Sprache?

Feste „Sprachregelungen“ gibt es in der Redaktion nicht. Auch wenn sich die Meldungen in Aufbau und Wortwahl sehr ähneln, gibt es doch keine Vorschriften, wie sie zu formulieren sind. Es gelten nur die üblichen handwerklichen Regeln des Fernsehens: Möglichst kurze Sätze, möglichst wenig Zahlen, Fremdwörter nur, soweit sie allgemein gebräuchlich oder unverzichtbar sind.
Dennoch wird die Sprache der Tagesschau-Wortmeldungen und der Filmtexte immer wieder als zu steif kritisiert und als Gegenbeispiel auf die angeblich aufgelockerte Sprache bei den Privatsendern verwiesen. Diese sei näher an der Alltagssprache und damit auch verständlicher für den Zuschauer als der trockene Ton der Tagesschau.
In der Tagesschau-Redaktion ist man skeptisch im Umgang mit saloppen Texten. Zu leicht leidet die Genauigkeit der Meldung, zu schnell gehen Zusammenhänge und Hintergründe verloren, zu groß ist das Risiko, dass die Freude an der flotten Formulierung den Blick für den korrekten Inhalt einer Nachricht trübt. Dann wird schnell ein Halbsatz zum ganzen Kommentar.
Am wichtigsten ist der Inhalt, ihm muss sich die Form unterordnen. Und auch beim Zuschauer kommt der traditionelle Stil der Tagesschau gut an. Ein Kritiker hat das einmal so beschrieben: „Kann sein, dass gerade ihr sprödes Auftreten bewirkt, dass die Tagesschau als besonders glaubwürdig und zuverlässig gilt. Wer von sich wenig Aufhebens macht, dem traut man eben leichter.“

Welche Bilder zeigt die Tagesschau?

Besondere Sorgfalt wird auf die Auswahl der Filmbilder gelegt, die in den Sendungen von ARD-aktuell gezeigt werden. Problematisch ist dabei vor allem der Umgang mit Gewaltszenen. Gewalt ist ein Teil der Realität und kann deshalb aus dem Programm einer Nachrichtensendung nicht ausgeblendet werden. Denn das wäre eine Verfälschung der Wirklichkeit. Ein Beispiel: Wie zerbrechlich der Friedensprozess im Nahen Osten ist, lässt sich nicht ohne Bilder von den blutigen Zusammenstößen zwischen palästinensischen Jugendlichen und israelischen Sicherheitskräften zeigen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Pflicht zum sensiblen Umgang mit dem Leid anderer Menschen. Die Würde der Menschen, auch der Toten, muss gewahrt bleiben. Zudem führen drastische Bilder nicht – wie oft angenommen wird – dazu, die Zuschauer „aufzurütteln“, sondern haben eher eine gegenteilige Wirkung: Ein Übermaß an Gewaltszenen führt schnell zur Abstumpfung und vermittelt ein Gefühl der Hilflosigkeit und letztlich auch der Gleichgültigkeit. Denn was soll der Zuschauer daheim im Wohnzimmer gegen das gezeigte Elend überall in der Welt unternehmen?
Die Tagesschau verzichtet deshalb auf Großaufnahmen von Gewaltopfern und ist bemüht, die übrigen Einstellungen möglichst kurz zu halten. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Gewalttätigkeiten nicht – quasi als Selbstzweck – für sich selbst genommen schon als Nachricht erscheinen. Die Bilder werden durch Hintergrundinformationen in einen größeren Zusammenhang gestellt.
Ein Fall illustriert diese Vorgehensweise: Ein Kamerateam hatte Bilder von Palästinensern gedreht, die israelische Soldaten mit Steinen angriffen. Die Soldaten schossen mit scharfer Munition zurück. Ein 16-Jähriger wurde in die Brust getroffen, seine Kameraden trugen in fort, kurz darauf starb der Junge. Die 20:00-Uhr-Tagesschau zeigte den später tödlich getroffenen Jungen, als er Steine warf, dann die israelischen Soldaten, die das Gewehrfeuer eröffneten, und schließlich die Szene, in der der Schwerverletzte weggetragen wird. Ergänzt wurde der Bericht durch Informationen über den stockenden Friedensprozess und den konkreten Anlass für den Steinangriff. Auf die Einstellung, in der zu sehen war, wie der Junge in die Brust getroffen wird und er sich unter Schmerzen krümmt, hat die Redaktion bewusst verzichtet. Sie erschien als unnötige Gewaltdarstellung, über das Ereignis ließ sich auch ohne diese Szenen klar und vollständig berichten.
Lässt sich ein Ereignis nicht mit tagesaktuellen Filmaufnahmen bebildern, verwendet ARD-aktuell auch Szenen aus dem Archiv. Dabei ist aber wichtig, dass der Zuschauer das erkennen kann, sei es durch eine Einblendung des Datums oder des Hinweises „Archiv“. Material, das uns von Unternehmen oder Organisationen zur Verfügung gestellt wird, ist mit einer Quellenangabe versehen. Ähnlich ist es bei Filmen, die aus dem Internet stammen. In diesem Fall wird das meist auch noch im Text erwähnt.

Wie ist der Tagesablauf bei der Tagesschau?

04:00 Uhr:
Das Team des Frühstücksfernsehens hat die Computer hochgefahren, die ersten Agenturen gelesen und sich einen Überblick über das Bildangebot gemacht.
5:30 Uhr:
Es läuft schon die dritte Tagesschau-Ausgabe des Tages, mit der das Frühstücksfernsehen beginnt.
09:05 Uhr:
Erste Programmkonferenz der Frühschicht: Sendeteam trifft Planungsredaktion. Welche Themen sind für die 12-Uhr-Ausgabe (TSum12) geplant, welche Schaltpartner stehen zur Verfügung, wie gewichtet die Redaktion die Themen?
10:30 Uhr:
Planungskonferenz für alle Tagesschau-Ausgaben des Tages zwischen Chefredaktion, Planungs- und Sendeteam, Ablaufplanung der TSum12.
12:00 Uhr:
TSum12 (15 Min.) – schon die vierzehnte Tagesschau-Sendung an diesem Tag.
12:15 Uhr:
Sendungskritik und Mittagskonferenz von Planungs- und Sendeteam: Aktualisierung der Planung der Nachmittags- und Abendausgaben.
13:00 Uhr:
Programmkonferenz der TSum4, TSum5 und TS 20:00 Uhr.
13:45 Uhr:
„Kleine Schalte“ der ARD-Inlandsstudios: aktueller Abgleich der Planungen für die ARD-aktuell-Sendungen des Tages mit den Zuliefererredaktionen in den einzelnen Anstalten.
14:00 Uhr
ARD-Schaltkonferenz: Die Chefredakteure der ARD-Anstalten diskutieren das Informationsprogramm des Tages und kritisieren die Sendungen des Vortages. Außerdem entscheiden sie über den Kommentar in den Tagesthemen.
15:15 Uhr:
TS-Konferenz zum Ablauf der TSum5 und zur TS 20:00 Uhr.
17:00 Uhr:
TSum5 (15 Min.) – die 18. Tagesschau-Ausgabe an diesem Tag.
18:00 Uhr:
Ablauf-Konferenz der 20-Uhr-Ausgabe.
20:00 Uhr:
Die Hauptausgabe um 20:00 Uhr ist die 20. Tagesschau-Sendung an diesem Tag: In 15 Minuten werden die wichtigsten Informationen der vergangenen 24 Stunden aufbereitet.
20:15 Uhr:
Sendungskritik („Flurschelte“) am Konferenztisch der Tagesschau.

Was sind die Tagesthemen?

Die Tagesthemen sind seit Januar 1978 im Programm und ersetzten die Spätausgabe der Tagesschau. Von Montag bis Freitag laufen die Tagesthemen gegen 22:15 Uhr und sind 30 Minuten lang, am Wochenende sind sie etwas kürzer. Caren Miosga und Ingo Zamperoni moderieren die Sendung im Wechsel. Ihre Vertretung übernimmt Pinar Atalay.
Die Tagesthemen vertiefen die Informationen über tagesaktuelle Ereignisse, zeigen Zusammenhänge und Hintergründe. Häufig gibt es mehrere Beiträge zu einem Thema, in denen unterschiedliche Aspekte beleuchtet werden. Oft ergänzt ein Interview mit einem Experten oder ein Schaltgespräch mit einem Reporter die Filmberichte. In der Regel gibt es zum wichtigsten Thema des Tages einen Kommentar. Die Nachrichtenblöcke geben einen kurzen Überlick über die weiteren Themen, und natürlich darf auch ein Wetterbericht nicht fehlen. Am Wochenende stehen außerdem ausführliche Sportnachrichten auf dem Programm.
Das Spektrum der Themen ist weiter gespannt als bei der Tagesschau. Hier ist neben den aktuellen Hintergrundberichten auch Platz für längere Reportagen, die nicht an den Tag gebunden sind. Kultur, Kino oder auch eher Buntes runden die Sendung ab. Beiträge aus der Politik überwiegen aber klar, gefolgt vom Themenkomplex Wirtschaft.
Durchschnittlich sehen etwa 2,2 Millionen Zuschauer die Tagesthemen, das ist ein Marktanteil von gut 10 Prozent. Die Bedeutung der Sendung geht aber weit über diese Zahlen hinaus. Sie ist die am meisten beachtete Hintergrundsendung des deutschen Fernsehens und hat großen Einfluss auf die Meinungsbildung. Die Tagesthemen-Interviews werden häufig von den Nachrichtenagenturen aufgegriffen und im Hörfunk und in vielen Tageszeitungen zitiert.

Was ist das Nachtmagazin?

Seit dem 1. März 1995 rundet das Nachtmagazin den Nachrichtentag im Ersten ab. Von Montag bis Donnerstag steht es meist kurz nach Mitternacht auf dem Programm. Hier werden in 20 Minuten die wichtigsten Ereignisse des abgelaufenen Tages noch einmal zusammengefasst, auf die zu erwartenden Themen des nächsten Tages geschaut und eigene Akzente gesetzt. ARD-aktuell trägt mit dem Nachtmagazin der Tatsache Rechnung, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Zuschauer gestiegen ist, die auch um Mitternacht und danach noch fernsehen.
Passend zur späten Sendezeit haben im Nachtmagazin auch leichtere Themen ihren Platz. Im Vordergrund steht jedoch auch hier die Information. Wie die Tagesthemen und die Mittags- und Nachmittagsausgaben der Tagesschau ist auch das Nachtmagazin eine moderierte Sendung.
Das Nachtmagazin ist – wie alle Sendungen von ARD-aktuell – eine Nachrichtensendung. Durchschnittlich sehen etwa 510.000 Zuschauer zu, das ist ein Marktanteil von rund 6 Prozent.

Wie ist der Tagesablauf bei Tagesthemen und Nachtmagazin?

11:30 Uhr:
Vormittagskonferenz für die Tagesthemen: Kritik an der Sendung vom Vortag und vorläufige Auswahl der Themen anhand der Nachrichtenlage und der Vorschläge der Korrespondenten; anschließend werden die Korrespondenten-Beiträge durch die Planungsredaktion bestellt und die Kollegen der Grafik machen die ersten Entwürfe für Hintergrund-Illustrationen.
13:45 Uhr:
„Kleine Schalte“ der Inlandsstudios
14:00 Uhr:
ARD-Schaltkonferenz der Chefredakteure: Die Planungsredaktion informiert über die Themen der Sendungen. Die ARD-Chefredakteure bestimmen das Thema des Tagesthemen-Kommentars und den Kommentator.
16:15 Uhr:
Programm-Konferenz für die Tagesthemen und das Nachtmagazin. Den ganzen Tag über wird immer wieder mit den Korrespondenten über die Gestaltung der Beiträge für die Sendungen am Abend gesprochen. Es kommt aber auch vor, dass die Redakteure in der ARD-aktuell-Zentrale eigene Berichte aus vorhandenem Material und/oder Grafiken erstellen
19:20 Uhr:
Ablauf-Konferenz
22:15 Uhr:
Tagesthemen (30 Min.)
22:45 Uhr:
Kurze Kritikkonferenz („Flurschelte“)
ca. 00:30 Uhr:
Nachtmagazin (20 Min.)

Woher bekommt ARD-aktuell die Nachrichten?

ARD-aktuell hat – neben der eigenen Recherche – vor allem drei wichtige Nachrichtenquellen: Nachrichtenagenturen, das Korrespondenten-Netz und die Eurovision. Aber natürlich gewinnen auch bei ARD-aktuell das Internet und die sozialen Netzwerke zunehmend an Bedeutung.

Nachrichtenagenturen

Erste und umfangreichste Informationsquelle für Tagesschau, Tagesthemen und Nachtmagazin sind die Nachrichtenagenturen. Sie liefern in jeder Minute, rund um die Uhr, Nachrichten aus dem Inland und der ganzen Welt. ARD-aktuell bezieht die Dienste der Deutschen Presse-Agentur (DPA), von Agence France-Presse (AFP), Associated Press (AP) und des Sport-Informations-Dienstes (SID) sowie das deutsche und englische Angebot von Reuters. Die Agenturmeldungen erreichen die Redaktion in Hamburg über Datenleitungen und sind an jedem Arbeitsplatz abrufbar. Aus der Flut von etwa 3.000 Meldungen täglich zu den unterschiedlichsten Themen und Ereignissen wählt die Redaktion die wichtigsten aus und bearbeitet sie für die Sendungen von ARD-aktuell. Aus einigen Meldungen werden die Nachrichten unmittelbar formuliert, andere dienen unseren Korrespondenten im In- und Ausland als Grundlage für eigene weitergehende Recherchen.

Das Korrespondenten-Netz

Die Korrespondenten im In- und Ausland sind das Rückgrat der ARD-Nachrichtensendungen. Sie machen die besondere Qualität von Tagesschau, Tagesthemen und Nachtmagazin aus. Die Hamburger Zentrale hat keine eigenen Reporter und Kamerateams. Für die Inlandsberichterstattung sind die ARD-aktuell-Redaktionen in den neun Rundfunkanstalten der ARD zuständig. In den großen Flächenländern gibt es zusätzlich noch Regionalstudios. Je nach Absprache wird die Hamburger Zentrale mit sendefertigen Korrespondenten-Beiträgen oder mit Bildmaterial beliefert, das in Hamburg noch bearbeitet und betextet wird. Die weitverteilte Zuständigkeit garantiert eine flächendeckende Berichterstattung. Egal wo in Deutschland ein berichtenswertes Ereignis stattfindet – ein Kamerateam, das Bilder liefert, ist stets in der Nähe verfügbar.
Die besondere Stärke der ARD sind ihre Korrespondenten in den Auslandsstudios. Dieses Netz entwickelte sich seit Ende der 50er Jahre zu einem der größten der Welt. Die Reporter vor Ort drehen mit eigenen Kamerateams oder greifen auf Material des Fernsehens im Gastland zurück. Ihre Berichte überspielen sie kurz vor der Sendung – meist via Satellit oder Internet – nach Hamburg.
Dieses umfassende Korrespondenten-Netz gibt ARD-aktuell die Möglichkeit, besser und objektiver die Themen zu recherchieren, als das mit den Meldungen der Nachrichtenagenturen oder dem Internet möglich wäre. Außerdem finden die Kollegen in ihrem Einsatzgebiet oft auch Themen jenseits der Schlagzeilen, die auch für deutsche Zuschauer interessant sind. Tagesschau, Tagesthemen und Nachtmagazin können sich damit ein eigenständiges, sachkundiges Bild des Geschehens verschaffen und den Zuschauern vermitteln.
Die ARD-Reporter vor Ort liefern mehr als Berichte über ein aktuelles Ereignis, sie können es darüberhinaus in einen Gesamtzusammenhang einordnen und Hintergründe erklären. Die ARD hat feste Büros überall in der Welt mit Kollegen, die sich wirklich auskennen. Das sichert eine kompetentere Berichterstattung als rasende Teams, die blitzschnell in eine Krisenregion einfliegen, einiges abfilmen und dann mit möglichst spektakulären Bildern wieder nach Hause kommen.
Die ARD verfügt über Reporter-Persönlichkeiten, die diese Hintergrundberichte liefern können. Zum Beispiel ist das Bild, das man sich in Deutschland von Russland macht, ganz maßgeblich von dem langjährigen Moskau-Korrespondenten Gerd Ruge geprägt worden. Seine ruhigen Erklärungen der Veränderungen in der ehemaligen Sowjetunion sind bei vielen Zuschauern stärker haften geblieben als alle spektakulären Bilder von Schießereien und Scharmützeln.

Die Eurovision und das Internet

Trotz ihres weitverzweigten Korrespondenten-Netzes kann die ARD nicht zu jedem Zeitpunkt an allen Orten der Welt mit eigenen Reportern präsent sein. Deshalb beteiligt sie sich an der Eurovision, dem internationalen Nachrichtenaustausch der Europäischen Rundfunkunion (EBU). In dieser Organisation mit Sitz in Genf haben sich mehr als 70 öffentlich-rechtliche und staatliche Rundfunkanstalten aus fast 60 Ländern – von Algerien bis zum Vatikan – zusammengeschlossen. Außerdem beteiligen sich kommerzielle Agenturen wie Reuters und APTN sowie etliche andere assoziierte Fernsehsender, z.B. aus China, Indien, Kanada und Neuseeland. Jede angeschlossene Anstalt gibt Filmbilder, die sie in ihrem Programm gesendet hat und für die sich andere Länder interessieren, in diesen Austausch. Umgekehrt darf sich jeder Mitgliedssender aus diesem Angebot bedienen.
Jedes Jahr verbreitet die Eurovision etwa 45.000 Nachrichtenfilme, das sind im Durchschnitt etwa 150 bis 180 pro Tag. Die einzelnen Beiträge sind im Regelfall nicht länger als drei Minuten. Der Austausch läuft rund um die Uhr, mit einer Hauptzeit zwischen 8 bis 22 Uhr. Viele Nachrichtenfilme sind inzwischen auch von den ARD-Korrespondenten weltweit von unterwegs abrufbar und können so für ihre Beiträge verwendet werden.
In einer permanenten Schaltkonferenz sind die Euro-Redakteure der beteiligten TV-Anstalten und Agenturen, die sogenannten News-Contacts, miteinander verbunden und können rund um die Uhr Material anbieten oder abfordern. So kommen die Fernsehanstalten ohne Schwierigkeiten schnell an tagesaktuelle Bilder aus aller Welt. Oft ist die Eurovision die einzige Quelle für Bilder aus Krisenregionen und Kriegsgebieten, und viele Sender haben Zugriff auf das Material. So kommt es, dass in der Tagesschau Szenen zu sehen sind, die auch im ZDF laufen; die Privatsender haben keinen Zugriff auf die Eurovision und müssen sich nur auf die Bilder der Agenturen verlassen.
Das Bildmaterial kommt üblicherweise ohne Text und wird dann von den jeweiligen Abnehmer-Redaktionen bearbeitet, das heißt neu geschnitten und mit einem Text versehen. In einem sogenannten Dopesheet gibt es aber Informationen darüber, was auf den Bildern zu sehen ist. Die Euro-Schaltstelle der ARD, die auch die Eurovision mit Bildern aus Deutschland versorgt, ist Teil von ARD-aktuell.
Die Social-Media-Redakteure recherchieren Themen und Bilder aus dem Internet und den sozialen Netzwerken für ARD-aktuell, pflegen aber auch den Auftritt von ARD-aktuell in den sozialen Medien, wie Facebook, Instagram und Twitter. Hier geht es zwar vor allem darum, die User über die aktuellen Themen zu informieren, aber ein weiteres Ziel ist auch, Anregungen und Vorschläge für neue Themen zu erhalten oder Fragen zu den Sendungen zu beantworten.

Welche Formen von Nachrichten gibt es?

Es gibt in den ARD-aktuell-Sendungen grob gesehen vier Formen, eine Nachricht zu präsentieren. Meldungen und Moderationen: Eine Meldung ist ein Text, der vom Sprecher vorgelesen wird. In der Regel sind Meldungen 20 bis 30 Sekunden lang, geschrieben werden sie von Redakteuren. Moderationen werden von den Moderatoren auch vorgelesen, allerdings sind sie im Tonfall lockerer als eine Meldung. In der Tagesschau werden sie von Redakteuren geschrieben; in den Tagesthemen und dem Nachtmagazin schreiben die Moderatoren selbst. Hier sind die Texte oft auch etwas länger. Zur Illustration wird ein Foto, eine Karte oder eine Grafik eingeblendet. Bei der Tagesschau steht darüber eine kurze Schlagzeile, die das Thema der Meldung umreißt.

„Nachricht im Film“

Eine „Nachricht im Film“, kurz „NiF“ genannt, ist ein 20 bis 30 Sekunden langer Film. Das Bildmaterial kommt von den Korrespondenten, aus dem internationalen Programmaustausch (Eurovision) oder aus dem Internet. Aus diesen Quellen und den Nachrichtenagenturen bezieht der Redakteur auch die Informationen. Den Film schneidet er in der Regel selbst passend zum Text an seinem Arbeitsplatz. Den technischen Feinschliff übernehmen die Mediengestalter. Die „Nachricht im Film“ wird in der Sendung live gelesen, so dass der Text bis kurz vorher noch aktualisiert werden kann.
Nur so nebenbei erwähnt: Die Begriffe „Film“ und „Schneiden“ stammen noch aus der Zeit, als beim Fernsehen tatsächlich Film verwendet wurde. Inzwischen kommt das Material von Computer-Servern und wird längst elektronisch „geschnitten“.

Filmbeiträge

Die längsten Beiträge in den Sendungen sind die Berichte der Reporter. Diese sind in einer 20-Uhr-Tagesschau normalerweise etwa eineinhalb Minuten lang, bei besonderen Anlässen auch 2 Minuten und mehr. Sie werden in der Regel von den Korrespondenten via Überspielleitung, Satellit oder Internet angeliefert. Ab und zu machen aber auch ARD-aktuell-Redakteure Berichte, zum Beispiel Erklärstücke mit vielen Grafiken.

Interviews und Aufsager

In den moderierten Tagesschau-Sendungen werden auch Interviews geführt. Der Gesprächspartner wird aus einem der auswärtigen Studios oder von vor Ort zugeschaltet. Außerdem können auch Gäste direkt im ARD-aktuell-Studio befragt werden. Ausführliche Interviews haben ihren Platz bei Tagesschau24, in den Tagesthemen und im Nachtmagazin.
In den kurzen Tagesschau-Sendungen und der 20-Uhr-Hauptausgabe gibt es kaum Gespräche. Hier ordnen Kollegen meist ein Ereignis in einem so genannten „Aufsager“ ein, das heißt sie geben nach einer kurzen Einleitung durch den Sprecher eine Einschätzung des Geschehens ab – live und etwa 40 Sekunden lang.

Wie wird man Tagesschau-Sprecher?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen sind journalistische Kenntnisse und Fähigkeiten – am besten in einem Volontariat erworben. Notwendig sind außerdem Erfahrungen vor der Kamera. Viele der heutigen Sprecherinnen und Sprecher haben in den Regionalprogrammen angefangen. Darüber hinaus sind eine gute Sprecherziehung und Fremdsprachen-Kenntnisse unerlässlich. Und auch das Alter spielt eine Rolle. Wer glaubwürdig Nachrichten präsentieren will, sollte eine gewisse Lebenserfahrung haben und belastbar sein. Die Sprecherinnen und Sprecher sind deshalb mindestens Ende 20, wenn sie bei der Tagesschau anfangen.

Wie unterscheiden sich Sendungen, die von einem Sprecher gelesen werden, von denen, die ein Moderator präsentiert?

Die wichtigste Ausgabe der Tagesschau, die 20-Uhr-Sendung, wird nach wie vor von Sprechern wie Jan Hofer oder Susanne Daubner gelesen. Aber auch in vielen kurzen Ausgaben der Tagesschau werden Sprecher eingesetzt. Diese Sendungen sind das klassische Nachrichten-Format. Sprache und Präsentation sind sachlich und distanziert. In der Nachricht, die von einem Sprecher gelesen wird, steht zu Beginn immer die entscheidende Neuigkeit. Dann folgen Details und zum Schluss werden kurz Hintergründe oder Konsequenzen erläutert.
In einer moderierten Sendung gibt es dagegen mehr Freiheiten. Der Einstieg in eine Nachricht kann etwa in einem sprachlichen Bild bestehen. Oder es wird zunächst geschildert, wie es bisher war, um erst dann mitzuteilen, was an Neuem passiert ist. Die Sprache ist mitunter lockerer und etwas umgangssprachlicher, muss aber gleichzeitig, wie in den Sprecher-Sendungen, möglichst wertneutral und präzise sein. Ein Beispiel: Die Meldung, dass Opel in Bochum keine Autos mehr bauen will, lautete in der moderierten Sendung so: „Seit fünf Jahrzehnten werden in Bochum Autos der Marke Opel gebaut: 1962 ging in dem Werk der erste Wagen vom Band, ein Opel-Kadett. Doch schon in wenigen Jahren soll nun Schluss sein mit der Auto-Produktion. Auf einer Betriebsversammlung verkündete das Management, was viele bereits befürchtet hatten: 2016 wird der letzte komplette Opel das Traditionswerk in Bochum verlassen.“ In der Sprecher-Sendung hieß es dagegen: „Der Autobauer Opel stellt seine Fahrzeugproduktion in Bochum ein: 2016 soll in dem Traditionswerk das letzte Auto vom Band rollen. Auf einer Betriebsversammlung begründete Opel-Chef Sedran die Entscheidung mit Überkapazitäten und der schwachen Nachfrage in Europa. Insgesamt sind rund 3.000 Arbeitsplätze in Gefahr.“

Schreiben die Sprecher und Moderatoren ihre Texte selbst?

Die Meldungen in den Sprecher-Sendungen werden von den Redakteuren geschrieben. Bei den Moderatoren ist es etwas komplizierter. In den moderierten Tagesschau-Ausgaben am Nachmittag und bei Tagesschau24 sind ebenfalls die Redakteure für die Texte verantwortlich. Anders als die Sprecher führen die Moderatoren aber Interviews, die sie in der Regel auch selbst vorbereiten. Bei den Tagesthemen und dem Nachtmagazin sieht es noch einmal anders aus: In diesen Sendungen sind die Moderatoren in Zusammenarbeit mit der Redaktion auch für die Texte zuständig.

Warum müssen die Moderatoren und Sprecher nicht vom Blatt ablesen?
Haben sie die Texte auswendig gelernt?

Nein, niemand muss die Meldungen auswendig lernen! Die Sprecher und Moderatoren lesen ihre Texte mit Hilfe eines Teleprompters ab. Dieser arbeitet mit einer Art Spiegelsystem, das – für den Zuschauer unsichtbar – die Texte in der Nähe der Kameralinse zeigt. Der Teleprompter ermöglicht damit den Augenkontakt mit dem Zuschauer und vermittelt so den Eindruck direkter, freier Ansprache.

Warum moderiert Claus-Erich Boetzkes nie die Tagesthemen und Caren Miosga nie die Tagesschau um drei?

So nüchtern Nachrichtensendungen auch meist sind, der Mensch, der sie präsentiert, prägt sie doch mit seiner Persönlichkeit. Sprache, Auftreten, die Art, Interviews zu führen sind bei Caren Miosga in den Tagesthemen anders als bei Claus-Erich Boetzkes in der Tagesschau um drei. Im Laufe der Zeit verbinden die Zuschauer die Persönlichkeit des Moderators mit der Sendung, durch die er führt. Und das ist auch genau so gewollt: Die Zuschauer sollen sich in den einzelnen Sendungen ein Stück weit zu Hause fühlen, in dem Moderator einen kompetenten Begleiter durch das Nachrichtengeschehen des Tages sehen. Diese Bindung kann sich aber nicht entwickeln, wenn die Moderatoren häufig zwischen den verschiedenen Formaten wechseln.

Woher bekommt Tagesschau.de seine Nachrichten?

Die Redaktion von Tagesschau.de nutzt drei Nachrichtenagenturen: DPA, AFP und Reuters. Außerdem arbeitet Tagesschau.de mit den Fernseh- und Hörfunkkorrespondenten der ARD im In- und Ausland sowie mit den Online-Redaktionen der Landesrundfunkanstalten zusammen. Im ARD-Hauptstadtstudio gibt es zudem eine kleine Außenstelle der Redaktion, die Entwicklungen im politischen Berlin verfolgt. Hintergrundberichte auf Tagesschau.de beruhen häufig auf Eigenrecherchen der Hamburger Zentrale.

Warum finde ich bei Tagesschau.de manchmal ganz andere Themen als in der Tagesschau-Sendung?

Im Internet orientiert sich die Berichterstattung an den aktuellen Ereignissen, denn Tagesschau.de berichtet rund um die Uhr. Auch Ereignisse in der Nacht werden sofort aufgegriffen, permanent aktualisiert und können ein paar Stunden später schon frischeren Meldungen gewichen sein. Tagesschau.de hat darüber hinaus den Anspruch, wichtige Themen hintergründiger aufzuarbeiten, als es in einer kurzen Nachrichtensendung möglich ist. Tagesschau.de berichtet deshalb auch über Ereignisse und Entwicklungen, die im tagesaktuellen Nachrichtengeschäft oft untergehen. Dabei profitieren Sie als Leser vom ARD-Korrespondentennetz im In- und Ausland, mit denen Tagesschau.de eng kooperiert.

Wann ist die Redaktion besetzt?

Die Redaktion von Tagesschau.de ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr besetzt.

Warum lande ich manchmal auf Seiten einer anderen Website, wenn ich eine Meldung anklicke?

Tagesschau.de arbeitet mit den Online-Redaktionen der Landesrundfunkanstalten zusammen. Bei Nachrichten mit regionalem Bezug verlinkt Tagesschau.de auf die Berichterstattung der Kollegen vor Ort. Gleiches gilt bei Nachrichten aus den Bereichen Sport, Börse und Kultur, für die es eigene Online-Angebote der ARD gibt.

Welche Nachrichten werden bei Tagesschau.de gemeldet?

Aus der Fülle der täglichen Nachrichten die wichtigsten auszuwählen, ist eine der zentralen Aufgaben der Redaktion von Tagesschau.de. Die Kriterien der Themenauswahl lassen sich mit den Begriffen Relevanz und Neuigkeitswert aber auch mit dem mutmaßlichen Leser-Interesse umschreiben. Feste Regeln kann es dabei natürlich nicht geben. Ausbildung, Sachkenntnis und ein breites Hintergrundwissen sowie jahrelange Erfahrung helfen den Redakteurinnen und Redakteuren aber bei Auswahl und Gewichtung der Themen. Zudem ist die Redaktion so organisiert, dass die Nachrichtenauswahl nicht in den Händen einer einzelnen Person liegt, sondern in Konferenzen besprochen und oft auch kontrovers diskutiert wird.

Warum dauert es manchmal etwas länger, bis ich eine Meldung auf der Seite finde?

Tagesschau.de beherzigt den journalistischen Grundsatz: „Be first – but first be right!“ – „Sei Erster, aber sei erst sicher, dass es stimmt! „Erst wenn wir sicher sind, dass eine Nachricht stimmt, verbreiten wir sie weiter. Bei besonderen Ereignissen zunächst als Eilmeldung auf der Homepage und in der App, die ausführliche Meldung folgt dann möglichst umgehend.

Warum werden die Sportbeiträge im Internet nicht übertragen?

Die ARD hat in einigen Fällen nicht die Rechte für die Internet-Übertragung von Sport-Ereignissen. Deshalb wird der Livestream kurz abgeschaltet. Auch im Online-Archiv sind diese Sportbeiträge nicht enthalten.

Warum liest man selten Meldungen über Stars oder die Hochzeit von Prominenten bei Tagesschau.de?

Tagesschau.de ist die Tagesschau im Internet. Ein Name der verpflichtet – er steht für sachliche, seriöse und verständliche Nachrichten. Meldungen über Promi-Hochzeiten oder den neuesten Klatsch sind sicher für viele Leser interessant. Sie sind aber keine Tagesschau-Nachrichten.

Was ist ein „Schlusslicht“?

Neben den wichtigen Nachrichten des Tages stoßen wir natürlich auch auf skurrile oder lustige Ereignisse. Eines davon greifen wir auf und verarbeiten es zum sogenannten „Schlusslicht“- der letzten Meldung auf unserer Seite. Wir meinen, dass Sie als Leser ebenso wie wir angesichts der oft unerfreulichen Nachrichten ein kleines Lächeln gut gebrauchen können.

Wäre das nichts für Tagesschau.de?

Ich habe Informationen über einen Vorfall in meiner Nachbarschaft/Stadt oder habe eine interessante Veranstaltung organisiert – wäre das nichts für Tagesschau.de? Tagesschau.de ist ein Nachrichtenangebot mit dem Fokus auf Ereignisse von überregionalem Interesse in Deutschland und der Welt. Die Berichterstattung über Ereignisse, die primär für eine Region interessant sind, ist – so wichtig diese auch für Sie persönlich sein mögen – nicht unsere Aufgabe. Sie können sich damit aber an die Kollegen der Landesrundfunkanstalt Ihrer Region wenden.

Kann ich Tagesschau.de auch unterwegs nutzen?

Natürlich! Auch unterwegs informiert Sie Tagesschau.de über die aktuellen Ereignisse. Nutzen Sie entweder die Tagesschau-App, die wir für Smartphones und Tablets anbieten, oder rufen Sie einfach www.tagesschau.de über Ihren mobilen Browser auf: Die Darstellung der Seite passt sich automatisch der Größe Ihres Gerätes an. Mehr dazu unter:
www.tagesschau.de/hilfe/

Welche Video-Formate werden angeboten?
Und in welcher Qualität?

Die meisten Videos werden sowohl im Windows-Media- als auch im FlashPlayer-Format angeboten (bei einigen älteren Videos wird der FlashPlayer durch den RealPlayer ersetzt). Beide können Sie in einer niedrigen und in einer hohen Qualität abrufen. Zusätzlich steht Ihnen die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau, die Tagesthemen, das Nachtmagazin, der Weltspiegel und der Bericht aus Berlin auch als Audio- und Video-Podcast zur Verfügung. Mehr dazu unter:
www.tagesschau.de/hilfe/multimedia/

Kann man sich die Sendungen eigentlich auch herunterladen?

Die einzelnen Videobeiträge kann man nicht speichern, sie können aber im Sendungsarchiv angeschaut werden. Die 20-Uhr-Sendung der Tagesschau, die Tagesthemen, das Nachtmagazin und den Bericht aus Berlin bieten wir Ihnen als Video-Podcast zum Herunterladen an. Mehr dazu unter:
www.tagesschau.de/infoservices/podcast/

Ich würde die Nachrichten von Tagesschau.de gerne auf meiner Homepage anbieten. Darf ich das?

Tagesschau.de bietet einen sogenannten RDF/RSS-Newsfeed an, den Sie als kostenlose Nachrichtenquelle für Ihre private Homepage nutzen können.
Mehr zu den technischen und rechtlichen Details finden Sie hier:
www.tagesschau.de/download/

Warum ist nicht jede Landeshauptstadt auf der Wetterkarte?

Das hat viele Gründe. Zum Beispiel gibt es Landeshauptstädte die sehr nah beieinander oder sehr nah an Grenzen liegen. Die ließen sich nur sehr schwer auf der Wetterkarte einzeichnen. Außerdem ist es aus grafischen Gründen nur möglich, einige Städte als Orientierungspunkt einzeichnen. Jede weitere Stadt würde unweigerlich zur Überfrachtung der Wetterkarte führen und die Wetterinformation, auf die es ja in erster Linie ankommt, in den Hintergrund treten lassen.

Hat auf der Temperaturkarte jede Temperatur eine eigene Farbe?

Nein, nicht ganz. Prinzipiell teilen sich immer mehrere Temperaturen eine Farbe. Außerdem wird der Farbbereich entsprechend der Jahreszeiten gewechselt. Eine Farbskala, die im Sommer und im Winter im Einsatz wäre – also von minus 20 bis plus 40 Grad – hätte keine klar erkennbaren Farbunterschiede mehr. Deshalb verwendet die Wetterredaktion des Hessischen Rundfunks vier unterschiedliche Farbskalen, die immer einen Teil abdecken: 5 Grad sind so im Sommer blau und im Winter gelb oder orange.

Wie lange kann man Wetter im Voraus berechnen?

Wenn es seriös sein soll, ist eine Woche das absolute Maximum. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter für den nächsten Tag so zutrifft, wie es Modelle und Meteorologen berechnen, liegt etwa bei 90 Prozent. Für den übernächsten Tag sind es noch etwa 80 Prozent, danach nimmt die Wahrscheinlichkeit weiter ab. Beim fünften Tag hat man noch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent. Deshalb gelten die Vorhersagen des Hessischen Rundfunks immer nur für einen Zeitraum von fünf Tagen.

Warum stimmen die Wetterberichte manchmal nicht?

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist und bleibt Wetter ein sehr komplexes System. Trotz modernster Computertechnologie ist es nach wie vor nicht möglich, absolut exakte Wettervorhersagen zu machen. Wetter funktioniert nach dem Chaosprinzip und bleibt daher in einem gewissen Maße unberechenbar. Das heißt: Es ist nicht möglich, Wolken und Regen auf die Minute und Temperaturen auf ein Grad exakt vorherzusagen. Manchmal klappt das, aber eben nicht immer. Die Wettervorhersage versucht im Grunde genommen nur, die zu erwartenden Werte möglichst genau zu treffen.
Zum anderen haben die Wetter-Redakteure das Problem, dass Wetterberichte nicht unendlich lang sein dürfen. Der Wetterbericht für die Tagesschau um 20 Uhr hat beispielsweise eine Länge von einer Minute. Darin enthalten sind eine Übersicht über die Luftdruckverteilung in Europa, eine Wolkenvorhersage für Deutschland für die kommende Nacht und den morgigen Tag, die Temperaturen der Nacht und des Tages, eine Windvorhersage und noch eine Vorhersage für die darauffolgenden Tage – und auch das für ganz Deutschland. Bei diesem Umfang in der kurzen Zeit wird der Wetterbericht in einem gewissen Maß unpräzise.